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Parodontologie - die Lehre vom Zahnhalteapparat

Parodontologie bezeichnet die zahnmedizinische Fachrichtung, die sich mit dem Bereich "um den Zahn herum" beschäftigt

Nahaufnahme gesunder Zähne mit festem, hellrosa Zahnfleisch

Die Parodontologie ist die Lehre vom Zahnhalteapparat – von allem, was den Zahn umgibt und ihn hält. Fachlich heißt dieser Bereich Parodont.

Ein Zahn steht nicht starr im Knochen. Er hängt darin, federnd aufgehängt an tausenden feinen Fasern, die Kaukräfte abfangen und verteilen.

Woraus der Zahnhalteapparat besteht

  • Zahnfleisch – der sichtbare Abschluss, der den Zahnhals dicht umschließt
  • Wurzelzement – die äußerste Schicht der Wurzel, an der die Fasern ansetzen
  • Parodontales Ligament – die Aufhängung zwischen Wurzel und Knochen
  • Kieferknochen – das Fach, in dem der Zahn sitzt

Zwei Krankheitsbilder

Eine Entzündung des Zahnhalteapparats heißt Parodontitis. Bleibt sie auf das Zahnfleisch beschränkt, spricht man von einer Gingivitis – diese ist umkehrbar, die Parodontitis in ihren Folgen nicht.

Was die Behandlung erreichen soll

Zuerst gilt es, die Entzündung zu stoppen; das leistet die Initialtherapie. Ist dabei bereits Knochen verlorengegangen, kann eine regenerative Behandlung einen Teil davon wieder aufbauen. Danach entscheidet die Nachsorge darüber, ob das Erreichte bleibt.

Ursachen

Die Hauptursache von Gingivitis und Parodontitis ist mangelnde Mundhygiene. Bakterien sammeln sich an, es bildet sich Plaque und daraus Zahnstein. Mit der Zeit folgen Rötung, Schwellung und Blutungsneigung des Zahnfleischs.

Was die Sache verschlimmert

Begünstigt wird beides durch Stress, Diabetes und Osteoporose – und besonders häufig durch Rauchen. Rauchen verschleiert dabei die Warnzeichen: Das Zahnfleisch blutet weniger, obwohl die Entzündung weitergeht.

Es bleibt nicht im Mund

Die Entzündungsstoffe aus den Zahnfleischtaschen gelangen über die Blutbahn in den übrigen Körper. Eine Parodontitis gilt deshalb als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sie erschwert die Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes und wird mit Frühgeburten in Verbindung gebracht.

Die gute Nachricht: Die meisten Parodontalerkrankungen lassen sich mit professioneller Behandlung und sorgfältiger Mundhygiene beherrschen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie baut Knochen ab und ist die häufigste Ursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter.
  • Sie tut nicht weh. Erste Zeichen sind Zahnfleischbluten, freiliegende Zahnhälse und bleibender Mundgeruch.
  • Behandelt wird in Stufen: Mundhygiene und Risikofaktoren, Reinigung unterhalb des Zahnfleischrandes, bei Bedarf ein chirurgischer Schritt, danach lebenslange Nachsorge.
  • Verlorener Knochen wächst nicht von selbst nach. Je früher behandelt wird, desto mehr bleibt erhalten.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

Die Gingivitis betrifft nur das Zahnfleisch und heilt vollständig aus. Die Parodontitis hat den Knochen erreicht; was dort verlorengeht, kommt nicht von selbst zurück.

Am häufigsten ab dem mittleren Lebensalter, doch es gibt auch frühe und rasch verlaufende Formen bei jungen Menschen. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern wie schnell der Halteapparat verlorengeht.

Ein Zahnarzt mit einem ausgewiesenen Tätigkeitsschwerpunkt oder einer Zusatzqualifikation in der Parodontologie. Die Bezeichnung ist keine geschützte Facharztbezeichnung; fragen Sie nach der Art der Qualifikation.