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Parodontaltherapie: Gewebe wieder aufbauen

Nach Initialbehandlung herrscht zwar eine entzündungsfreie Umgebung, die durch die Parodontitis entstandenen Zahnfleischtaschen können jedoch vorhanden sein

Nach der Initialbehandlung ist die Entzündung zur Ruhe gekommen. Die tiefen Zahnfleischtaschen, die sie hinterlassen hat, sind damit aber noch nicht verschwunden.

Reparieren ist nicht dasselbe wie Wiederherstellen

Der Körper schließt einen Defekt am Zahnhalteapparat von selbst – aber er stellt ihn nicht wieder her. Statt der federnden Aufhängung aus Fasern bildet sich Bindegewebe, das den Zahn zwar bedeckt, ihn aber nicht wie zuvor im Knochen verankert. Das Ergebnis hält, ist der ursprünglichen Konstruktion aber unterlegen.

Was regenerative Behandlung leistet

Ist Knochen verlorengegangen, lässt er sich je nach Ausmaß teilweise wieder aufbauen. Verwendet werden Membranen, die dem langsamer wachsenden Knochen Zeit verschaffen, und Wirkstoffe wie Schmelzmatrixproteine, die den natürlichen Aufbau anregen.

Eine Einschränkung gehört dazu: Nur wenige Gewebe können sich nach einem Defekt ohne Narbe neu bilden. Wie viel zurückgewonnen wird, hängt von der Form des Defekts ab – ein schmaler, von Knochenwänden umgebener Einbruch heilt besser aus als ein breiter, flacher Abbau.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Parodontaltherapie folgt vier Stufen: Ursachen, Reinigung unter dem Zahnfleischrand, bei Bedarf Chirurgie, dann Nachsorge.
  • Ein chirurgischer Schritt kommt erst, wenn nach der Reinigung Taschen bleiben, die sich nicht pflegen lassen.
  • Regenerative Verfahren können Knochen zurückgewinnen – aber nur bei trichterförmigen Defekten, nicht bei waagerechtem Abbau.
  • Ohne regelmäßige Nachsorge kehrt die Entzündung zurück. Die Nachsorge ist Teil der Behandlung, nicht ihr Anhang.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

Wenn nach der nichtchirurgischen Behandlung Taschen bestehen bleiben, die sich weder reinigen lassen noch von selbst zurückgehen. Der Eingriff schafft Zugang und formt den Knochen so, dass die Stelle wieder pflegbar wird.

Die Wunde schließt sich in ein bis zwei Wochen; die Nähte werden meist nach sieben bis zehn Tagen entfernt. Bis das Gewebe endgültig ausgereift ist, vergehen mehrere Monate.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt den chirurgischen Schritt, wenn er nach der Befundevaluation begründet ist. Regenerative Zusatzleistungen wie Membranen oder Ersatzmaterialien sind häufig privat zu tragen – lassen Sie sich das vorher schriftlich geben.